Der Kassenpatient in der Privatpraxis

 

Die Zeit, die gesetzlich versicherte Patienten in einer kassenärztlichen orthopädischen Praxis verbringen ist, abgesehen von der Wartezeit auf eine Terminvergabe und der Wartezeit in der Praxis selbst, oftmals sehr knapp bemessen. Das so wichtige Arzt-Patienten-Gespräch ist in der Regel sehr kurz und wesentliche Themen bleiben daher oft auf der Strecke. Auch eine ausführliche Besprechung der Erkrankung und der Therapie sind häufig aus Zeitmangel nicht möglich. Viele Patienten wissen somit oftmals gar nicht genau was sie selbst tun könnten, um den Heilungsprozess voranzutreiben und zu unterstützen.

Optimal wäre es, wenn der Arzt sich Zeit nehmen könnte für eine ausführliche Besprechung über das Entstehen und die Vorgeschichte der Beschwerden, eine ausführliche klinische Untersuchung nicht nur der schmerzhaften Region, sondern des gesamten Bewegungsapparates.

Warum ist es aber in einer kassenärztlichen orthopädischen Praxis nicht möglich, sich diese Zeit zu nehmen?

Zum einen haben die Orthopäden mit einer Kassenzulassung insgesamt zu viele Patienten, die sie an einem Tag behandeln und ihnen schlichtweg die Zeit fehlt. Diese ist bei vielen kleineren Verletzungen und Erkrankungen möglicherweise ausreichend, aber schon ein umgeknicktes Sprunggelenk benötigt oftmals mehr Zeit als vorhanden ist, um eine optimale Therapie zu besprechen und somit das Risiko von langfristigen Problemen zu reduzieren. Falls länger andauernde Beschwerden des Haltungs- und Bewegungsapparates auftreten, ist es oftmals nicht getan mit einem Röntgenbild und einer Schmerztablette. Die Patienten haben hier auch keine Chance aktiv an ihrer Genesung mitzuwirken.

Zum anderen ist die quartalsweise Vergütung pro Patient nur sehr gering und deckt oftmals nicht einmal die laufenden Kosten der Praxis. Dass das so ist, liegt an unserem Gesundheitssystem.

In anderen Ländern ist es beispielsweise üblich, zunächst einen Hausarzt aufzusuchen, bevor dann die Überweisung an einen Facharzt erfolgt. Das hat möglicherweise Vorteile, aber auch einige Nachteile; denn es ist grundsätzlich richtig, wenn Patienten mit Rückenschmerzen gleich von einem Spezialisten behandelt werden und somit auch eine längere Krankheitszeit vermieden werden kann. 

Aus den o.g. Gründen und auch weil die Gesundheit zunehmend einen wichtigen Stellenwert einnimmt, sind immer mehr gesetzlich versicherte Patienten bereit, einen Orthopäden in einer Privatpraxis als Selbstzahler aufzusuchen. Wichtig für den Selbstzahler ist hierbei, dass die Kosten transparent im Vorfeld besprochen werden und dass keine überhöhten oder unerwarteten Kosten auf ihn zukommen. In unserer Praxis wird nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. Das Honorar für die Behandlung beläuft sich dabei auf 100 Euro. In der Behandlung sind enthalten die GOÄ-Abrechnungsziffern für eine ausführliche Besprechung der Krankengeschichte, eine vollständige klinische Untersuchung, eine klare Diagnose und die Erarbeitung eines individuellen Therapiekonzeptes. Auch technische Untersuchungen wie Ultraschall, Röntgen oder direkte Therapien sind enthalten. Diese reichen von der Wirbelsäulenmobilisation, der Anlage eines Kinesio-Tapes bis hin zu einer Injektion (Spritze) und falls sinnvoll die Besprechung von Eigenübungen. Zudem erhält jeder Patient einen Bericht, worin die wichtigsten Punkte nochmals zusammengefasst sind.

Damit ich mir für jeden einzelnen Patienten die hierfür nötige Zeit nehmen kann, habe ich keine Kassenzulassung, da dies für mich bedeuten würde mindestens 50 Patienten oder mehr am Tag zu sehen.

Vor allem, wenn es darum geht, mit meinen Patienten eine anstehende Operation zu besprechen und mit ihnen gemeinsam zu planen, möchte ich mir die dafür notwendige Zeit nehmen, was aus einer vollen Sprechstunde heraus nicht gut möglich ist. Denn oftmals gibt es vor der unbedingt erforderlichen Operation auch noch viele andere mögliche konservative oder moderne alternative Therapieoptionen, die individuell auf den Patienten abgestimmt und mit ihm zusammen erarbeitet werden können.

Ihr

Odilo Trabold

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