Schlittenprothese

Bei > 50% aller Kniearthrose-Patienten ist ein kleines Schlittenimplantat völlig ausreichend!

Noch immer hält sich bei vielen PatientInnen die Annahme, dass bei jeder Kniegelenksarthrose immer ein ganzes neues Knie (Knie-Totalendoprothese) implantiert werden muss. Dies ist jedoch falsch! Ist nur ein Teil des Gelenkes verbraucht oder verschlissen, so wird auch nur dieser Teil ersetzt. Meist ist es die mediale (Innenseite) des Kniegelenks. Das bedeutet, dass ⅔ Ihres natürlichen Kniegelenks mit den dazugehörigen Kapseln, Bändern und Meniskus unberührt bleiben!

Auch eine lokale Durchblutungsstörung in diesem medialen Kniegelenksbereich ist häufig, diese wird als aseptische Knochennekrose oder Morbus Ahlbäck bezeichnet und führt zu direkten Knorpel/Knochendefekten, die oft nur noch mit einer Teilprothese zu versorgen sind.

Einzig die Überkronung des betroffenen Gelenkareals mit einer Schlittenprothese ist sehr gut möglich, der postoperative Verlauf sehr rasch und der Patient darf sofort nach dem minimalinvasiven Eingriff das Knie belasten.

                                                             Implantation einer unikondylären Knieendoprothese © Firma Zimmer-Biomet

Wann kommt ein Teilgelenkersatz am Kniegelenk zum Einsatz?

Teilgelenkersatz

Der Teilgelenkersatz am Kniegelenk ist bei der medialen Arthrose, also im Bereich der Innenseite am Kniegelenk, die Therapie der Wahl. Wie bereits erwähnt, liegt der größte Vorteil für die Patienten darin, dass ⅔ der Gelenkregion, inklusive des vorderen und teilweise auch des hinteren Kreuzbandes, große Knorpelflächen und der Außenmeniskus nicht entfernt werden müssen. Wichtige Sensoren und Stabilisatoren im Kniegelenk bleiben erhalten und funktionieren weiterhin optimal.

Eine ganz zentrale Bedeutung hierfür hat das vordere Kreuzband. Bei einem vollständigen Gelenkersatz wird nicht nur dieses entfernt, sondern sehr viel weiteres “funktionelles” Gewebe. Man geht davon aus, dass sämtliche Rezeptoren und die Verschaltung mit dem Rückenmark und Gehirn neu ausgebildet werden müssen.

VORTEILE EINER SCHLITTENPROTHESE: 

  1. Kniegelenks-Kinematik (natürliche Funktionsweise) bleibt erhalten
  1. nur die geschädigte Kniegelenks-Region wird ersetzt
  1. kleines Implantat - weniger Fremdkörpergefühl

     4. weniger Schmerzen nach der Operation

      5. kein Bewegungseinschränkungen nach der Operation

     6. schnellere Genesung und Rückkehr in den Alltag

     7. bessere Sport-Fähigkeit, auch für anspruchsvollere Sportarten

      8. geringeres OP-Risiko für Komplikationen und insbesondere für Infektionen

     9. lange Haltbarkeit > 20 Jahren

    10. kurzer Krankenhausaufenthalt

   11. ambulante Rehabilitation möglich

   12. "normales Kniegefühl" (forgotten joint)

Die Dauer der Rehabilitation verkürzen

Patienten mit einem Teilgelenkersatz kommen viel schneller in den Alltag zurück, benötigen weniger Physiotherapie und Schmerzmedikamente. Das Knie fühlt sich viel “natürlicher” an. Bei einem ganzen neuen Kniegelenk muss der Patient sämtliche Bewegungen und das Gehen erst wieder neu lernen. Und dies ist wahrscheinlich der entscheidende Prozess für die längere Rehabilitation nach einer Vollprothese.

Noch viel zu wenige Patienten erhalten einen Unischlitten!

Gerade in der Anfangszeit der “Unischlitten” waren insbesondere ein hoher BMI (Body Mass Index), ein fortgeschrittenes Lebensalter sowie ein Verschleiß der Kniescheibe (Patella) eindeutige Ausschlusskriterien für einen Teilgelenkersatz. Mittlerweile konnte gezeigt werden, dass nunmehr die Arthrose im anderen Kompartiment (in der Regel ist dies die Außenseite des Kniegelenks) und die fortgeschrittene Arthrose der lateralen Patella die beiden entscheidenden verbleibenden Kontraindikationen sind. Somit wurde die mögliche Anzahl der Patienten, die mit einem unikondylären Implantat versorgt werden können in der letzten Zeit deutlich erhöht. In der aktuellen Versorgungssituation in Deutschland werden noch weniger als 15% der Patienten mit diesem unikondylären Implantat versorgt. Aus groß angelegten Untersuchungen wissen wir, das über die Hälfte aller Kniearthrosepatienten "nur" an einer isolierten Arthrose einer Gelenkregion leiden. Somit wird der Anteil dieser Versorgungsart in den nächsten Jahren noch weiterhin zunehmen.

Bis zu 75% der Knorpeloberfläche können erhalten werden!

Tatsächlich ist es deutlich mehr als die Hälfte der Gelenkfläche, die durch ein "halbes Knie" unverändert bestehen bleibt. Das liegt daran, dass das Kniegelenk in 3 Regionen unterteilt wird.

  1. mediale Gelenkregion an der Innenseite des Knies
  2. laterale Gelenkregion an der Außenseite des Knies
  3. die patellofemorale Gelenkregion, der großflächige Knorpel hinter der Kniescheibe und der ebenfalls großflächige Knorpel auf der femoralen Gegenseite

In Studien wurde berechnet, dass im Idealfall bis zur 75% der Gelenkfläche erhalten bleibt. Auch wenn durchschnittlich nur 2/3 oder 66,6% der Gelenkfläche sind, ist dies eben deutlich mehr als die Hälfte und trägt zu einem wesentliche besseren funktionellen Ergebnis bei.

Wie lange hält eine Schlittenprothese?

Die Haltbarkeit der unikondylären Prothesen ist sehr gut und liegt teilweise bei über 90 % nach 20 Jahren (s. Lit.). Dies triff insbesondere auf die von uns verwendete Oxford-Prothese zu. Diese unterscheidet sich insofern von anderen Prothesenmodellen, das diese Prothese, und auch vor allem deren Standzeiten im Rahmen von vielen wissenschaftlichen Arbeiten sehr gut untersucht sind. Eine Vielzahl von Studien bestätigt die gute Funktion und Sicherheit des Implantates.

Somit steht die Haltbarkeit der deutlich kleineren Schlittenprothesen, denen der großen Totalendoprothesen in nichts nach.

Allerdings muss auch hinzugefügt werden, dass diese Haltbarkeiten in den wissenschaftlichen Studien keine Garantie sind für eine optimale Funktion über eine bestimmte Zeitdauer, das es sehr viele unterschiedliche Einflüsse gibt, die die Haltbarkeit beeinflussen können.

Und wie wir heutzutage wissen, ist nicht immer das Knie schuld wenn die Schmerzen dort war genommen werden.

Gerade bei den kleinen Schlittenprothesen neigen sowohl für den Operateur als auch für den Patienten dazu, dass hier etwas nicht mehr stimmt und es in eine "richtige" Totalendoprothese gewechselt werden muss. Und dies auch wenn kein offensichtliches Problem vorliegt.

Wir raten hier in jedem Falle eine Zweitmeinung einzuholen um eine unnötige Operation zu vermeiden.

Patienten jünger als 55 Jahre mit einer mediale Gonarthrose!

In einer Studie wurden Patienten untersucht, die im Durchschnitt 49,9 Jahre alt waren (gesamter Altersbereich von 38-55 Jahren). Wir wissen, das diese jüngeren Patienten im allgemeinen viel aktiver im Alltag und auch beim Sport sind. Somit ist es interessant, wie haltbar die Schlittenprothesen in den Folgejahren sind. Es ergab sich eine Haltbarkeit >90% nach 10 Jahren und >75% nach fast 20 Jahren. Die Autoren schlussfolgerten, dass die mediale Schlittenprothese auch für junge Patienten eine sehr gute und vor allem langfristig haltbare Option ist(Lit.).

Der Unischlitten - nicht nur für junge Patienten!

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass gerade ältere Patienten von dem kleineren operativen Eingriff ganz erheblich profitieren. Auch in dieser Patientengruppe ist der Anteil der isolierten Arthrosen an der Innen- oder Außenseite sehr groß. Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2017 konnte gezeigt werden, dass insbesondere Patienten > 75Jahren einen deutliche besseren Verlauf mit einer schneller Rehabilitation hatten (Lit.)

Welche speziellen Risikofaktoren für diese Implantat gibt es?

Für eine Reihe von häufigen orthopädischen Eingriffen können heutzutage spezifische Risikofaktoren identifiziert werden, welche das Operationsergebnis beeinflussen und Auswirkungen auf Haltbarkeit haben können:

  • erhöhte Anzahl an Begleiterkrankungen
  • höhergradige Adipositas
  • niedrige Implantationszahlen des Operateurs
  • geringer Anteil der Schlittenprothesen an der Gesamtzahl der Knie-TEP

Gibt es Nachteile einer Schlittenprothese?

Ein Teilgelenkersatz ist leider nicht für alle Patienten das richtige Implantat. Man muss im Rahmen einer sehr genauen Untersuchung, Krankengeschichte und auch Diagnostik herausfinden, wo die Hauptschädigung im Kniegelenk lokalisiert ist. Oftmals beschreiben die Patienten Schmerzen in der Kniekehle, wobei gerade dort eigentlich keine wesentlichen Gelenkstrukturen zu finden sind, die normalerweise diese Schmerzen verursachen. Somit sind hier oftmals "ausstrahlende" Beschwerden aus anderen Gelenkregionen für den Schmerz verantwortlich.

Ein sehr wichtiger Punkt ist die erhöhte Revisionsrate innerhalb der ersten beiden Jahren nach der Operation. Diese wird in der Literatur immer wieder beschrieben, lässt sich aber durch bestimmte Faktoren erklären.

Wie lange ist man nach dem Einsatz einer Schlittenprothese krank geschrieben?

Sowohl die gesamte Rehabilitation als auch die Rückkehr in den Alltag sind signifikant kürzer im Vergleich zur Totalendoprothese. Schon in den ersten Tagen nach der Operation im Krankenhaus zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Auch die Entscheidung zu einer ambulanten Rehabilitation oder eine Rehabilitation nur im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung ist viel einfacher möglich. Und eine Krankschreibung von 4-6 Wochen ist in der Regel ausreichend; bei einem vollständigen Kniegelenkersatz sind 8-12 Wochen die Regel. Also reduziert sich die Arbeitsunfähigkeit teilweise um ca. 50%!

Literatur: 
Long-term results of compartmental arthroplasties of the knee: Long term results of partial knee arthroplasty. Parratte S, Ollivier M, Lunebourg A, Abdel MP, Argenson JN.Bone Joint J. 2015 Oct;97-B(10 Suppl A):9-15. doi: 10.1302/0301-620X.97B10.36426.
Price, AJ., Svard, U. A second decade lifetable survival analysis ofthe Oxford unicompartmental knee arthroplasty. Clinical Orthopaedics and Related Research. 469:174-179. 2011
Calkins TE, Hannon CP, Fillingham YA, Culvern CC, Berger RA, Della Valle CJ. Fixed-Bearing Medial Unicompartmental Knee Arthroplasty in Patients Younger Than 55 Years of Age at 4-19 Years of Follow-Up: A Concise Follow-Up of a Previous Report. J Arthroplasty. 2021 Mar;36(3):917-921. doi: 10.1016/j.arth.2020.09.042. Epub 2020 Sep 28. PMID: 33051122.
Pandit, H., et al. The clinical outcome of minimally invasivePhase 3 Oxford unicompartmental knee arthroplasty. A 15-yearfollow-up of 1000 UKAs. The Bone and Joint Journal. 97-B:1493–1500. 2015
Siman, H. et al. Unicompartmental Knee Arthroplasty vs Total Knee Arthroplasty for Medial Compartment Arthritis in Patients Older Than 75 Years: Comparable Reoperation, Revision, and Complication Rates. The Journal of Arthroplasty 32 (2017) 1792-1797.

Jeder Patient ist erstmal ein Kanidat für eine Teilimplantat am Kniegelenk! 

Grundsätzlich gibt es in jedem Kniegelenk 3 Gelenkregionen, eine an der Innenseite (grenzt an das andere Knie an), eine weitere an der Außenseite und letztendlich eine zentrale Region hinter der Kniescheibe.

Hierbei ist die innere Gelenkregion (genauer das mediale Gelenkkompartiment) das am häufigsten betroffen Knorpelareal bei einer Arthrose des Kniegelenks. Große wissenschaftliche Übersichtsarbeiten gehen davon aus, dass deutlich über 50-60% der Kniegelenksarthrosen an der Innenseite lokalisiert sind

In großen wissenschaftlichen geht man davon aus, dass mehr als 50-60% der Arthrosen an der Kniegelenksinnenseite lokalisiert sind. Hier kommen noch die sehr selten lateralen Arthrosen mit ca. 10% hinzu.

Warum ist eine mediale Schlittenprothese am Kniegelenk die besser Wahl?

Bei der Operation wird nur eine Gelenkregion mit einem Implantat ersetzt. Genau genommen handelt es ich um eine Oberflächenersatz. Durch die Arthrose ist der Gelenkknorpel in der betroffenen Region oftmals vollständig aufgebraucht und muss ersetzt werden. Für die sichere Verankerung des Implantates muss die obere Knochenschicht abgeschliffen werden und das kleine Metallimplantat an der oberen und unteren Gelenkfläche eingebracht werden. Dazwischen befindet sich ein fest verankerter Meniskusersatz, eine hochwertiger Kunststoff, der optimale Gleitfähigkeiten hat und zudem heutzutage nur eine sehr geringen Verschleiß aufweist.

Was sind die entscheidenden Vorteile der kleinen Implantate?

1) eine sehr viele natürlicheres Kniegefühl

2) sehr viel mehr sportliche Aktivitäten möglich

3) sehr viel geringeres OP-Risiko

4) deutlich geringeres Risiko für Komplikationen

5) sehr viel kürze Nachbehandlungszeit mit ambulanter Reha

6) schnellere Rückkehr in den Alltag

Wenn es Vorteile gibt, gibt es meistens auch Nachteile?

A) die Implantate sind nicht für jeden Patienten geeignet

B) das oftmals befürchtete Voranschreiten der Arthrose ist bei der richtigen Indikationsstellung vernachlässigbar

c) der eigentlich wichtigste Nachteil der Schlittenprothesen ist eine etwas höhere Rate an notwendigen Wechsel-Operationen!

Die 10-Jahresüberlebensrate liegt bei ganzen Kniegelenksimplantaten nach 10 Jahren bei ca. 95% (d.h. nach 10 Jahren war bei 95% der Patienten keine Wechsel-OP notwendig)

Bei unikondylären Prothesen hingeben sind es "nur" ca. 90%!

--> diese Beurteilung sagt allerdings nichts darüber aus, wie gut oder wie schlecht die Patienten im Alltag mit dem Implantat zurechtkommen.

Mögliche Gründe?

  • die Hemmschwelle für eine Wechseloperation ist bei einem kleine Schlittenimplantat sehr viel geringer als bei einer vollständigen Gelenkersatz am Knie
  • der Einbau ist oftmals anspruchsvoller als der "Standard"-Eingriff einer Knie-TEP

Und bei richtiger Indikationsstellung und erfahrenen Operateuren wird der Abstand in Bezug auf die Wechseloperationen sehr viel geringer!!!

D) Die Indikationsstellung und die Erfahrung des Operateurs sind zwei sehr wichtige Aspekte bei der Implantation von Unischlitte-Implantaten.

Warum werden in Deutschland so wenige Schlittenprothesen eingesetzt?

Bei über 50-60% der Fälle besteht eine isolierte Arthrose am Kniegelenk nur an der Innenseite (sog. anteromediale Gonarthrose).

Allerdings werden in Deutschland nur ca. 13-14% Schlittenprothesen implantiert (Zahlen von 2024) Woran liegt das?

Obwohl in der Literatur ganz klare nachgewiesen werden konnte, das bei einer isolierten Arthrose, meist an der Innenseite des Kniegelenks eine kleines Schlittenimplantat für die allermeisten Patienten das zu favourisiserende Verfahren ist.

Mögliche Gründe für das Ungleichgewicht von wissenschaftlicher Evidenz und klinischen Alltag.

  • die Operation ist technisch anspruchsvoller
  • die ersten Schlittenprothesen vor 40 Jahren haben nicht gut funktioniert, im Gegensatz zu den heutigen moderenen Implantaten
  • die ganze Knie-TEP wird oftmals als "100% Lösung" verkauft - obwohl wir eben gerade beiden Voll-TEPs nach wie vor eine relativ hohe Rate an unzufriedenen Patienten haben
  • falsche ökonomische Anreize für die Krankenhäuser und Operateure in unserem Gesundheitssystem
  • Unkennis der wissenschaftlichen Literatur
  • viele Operateure sind in den Nachbehandlungsprozess nicht eingebunden

Wie ist der Ablauf eine Schlitten-OP? 

Sehen sich sich hierzu gerne das folgende verlinktet Video der Herstellerfirma an: 

https://youtu.be/BCw-nviQ1V8?si=XLXy-t2UozjJEFfW

Wie ist eine Teilgelenk oder Schlitten aufgebaut? 

Das Grundprinzip ist ein Ersatz der geschädigten Knorpels, wobei für die sichere Fixierung des Implantates die oberste Knochenschicht abgeschliffen werden muss. Das Implantat ist oftmals nur wenig dicher als die ursprüngliche Knorpelschicht und wird mittels zweier Zapfen im Knochen verankert. Es gibt einen oberen/ femoralen Anteil und einen unteren/ tibialen Anteil der eine hochwertige Polyetyhlen-Gleitfläche beinhaltet.

Unischlittenimplantat der Fa. Grouppo Bioimpanti KMONO

Die silberen" Basisplatte" besteht aus einer Titanlegierung (Ti6Al4V) und der gebogenen Teil aus einer hochfesten, verschleißarme Metalllegierung (CoCr), in diesem Fall mit einer speziellen TiNbN-Beschichtung (Titan-Niob-Nitrid).

Wann ist die Verwendung eines zementfreien Implantates möglich? 

Sehr viel häufiger werden bei den kleinen Unischlittenprothesen heutzutage zementfreie Varianten eingesetzt, wohingegen bei den großen ganzen Knieprothesen weiterhin der allergrößte Teil mit einer Zementschicht fixiert wird.

Der entscheidende Vorteil der zementfreien Variante ist, dass es keine zusätzliche Schichten gibt die sich miteinander verbinden müssen, sondern der Knochen direkt an das Implantat anwächst. Dieses ist im Gegensatz zu der zementierten Variante mit einer etwas proöseren Oberfläche ausgestattet und ermöglich eine sehr gutes Einwachsen des Knochens.

Die Nachbehandlung ist bei beiden Varianten gleich und es ist eine sofortige Vollbelastung direkt nach der Operation möglich.

Wichtig ist jedoch eine gute Knochengrundsubstanz, sodass bei einer eingeschränkten Knochenqualität (Osteoporose) auf die zementpflichtige Variante ausgewichen werden sollte.

Fazit

„Studien zeigen, dass die unikondyläre Knieprothese bei isolierter medialer Arthrose deutlich bessere funktionelle Ergebnisse wie eine Totalprothese erzielen, bei gleichzeitig schnellerer Erholung und geringerer Komplikationsrate. Allerdings darf das geringe erhöhte Revisionsrisiko vor allem in den esten beiden Jahren nicht ganz außer Acht gelassen werden.

Stoddart, J., Dandridge, O., Garner, A., Cobb, J., & Van Arkel, R. (2020). The compartmental distribution of knee osteoarthritis - a systematic review and meta-analysis.. Osteoarthritis and cartilage. https://doi.org/10.1016/j.joca.2020.10.011.

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