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Oberflächenersatz2018-08-04T19:01:10+00:00

Oberflächenersatz / McMINN-Prothese

Die Hüft-Endoprothetik hat sich, durch eine Renaissance einer aus den 70er Jahren stammenden Idee von Wagner und Judet, revolutionär verbessert. McMinn aus Birmingham hat diese Idee Ende der 80er Jahre durch eine extrem knochensparende Methode in ein optimales System verbessert:

Dabei wird der Hüftkopf mit einer Metallschale überkront, so wie man es von der Zahnmedizin kennt. Der Knochenverlust ist minimal, so dass bei einem zukünftigen Prothesenwechsel noch viel guter Knochen vorhanden ist. Da durch diese Methode lediglich der Hüftkopf rekonstruiert wird, ist das Bewegungsausmaß des neuen Gelenkes annähernd normal. Auch die Luxationsgefahr (Gelenkentgleisung) ist im Vergleich zur Standardversorgung über 60% geringer.

Die von uns versogte Altersgruppe liegt zwischen 25 und 78 Jahren! Das heißt, ist der Knochen gut, kann der Oberflächenersatz in jedem Alter implantiert werden. Sollten Unklarheiten bestehen, empfehlen wir eine Knochendichtemessung.

Aber VORSICHT!

Viele internationale Studien im Laufe des Jahres 2010 haben gezeigt, dass u.a. Metall-spezifische Komplikationen zu Problemen führen können, z.B. Allergien auf die Prothesenmetalle (Co, Cr, Ni, V), Metallosen oder ALVAL Tumoren. Tritt so etwas auf, muss das auch noch fest sitzende Implantat rasch entfernt werden, da man derzeit noch nicht definitiv sagen kann, ob sich dadurch cancerogene Probleme bilden können.

Australische Studien (in AUS wurden die meisten Prothesen dieser Art eingebaut) haben gezeigt, dass jetzt die Komplikationsrate bei McMinn Prothesen zwischen 3 und 10% höher liegt als bei konventionellen Implantaten! Dass dieses Implantat Knochen schonend ist, stimmt nur im Berich des Hüftkopfes. Auf der Pfannenseite muss deutlich mehr und tiefer gefräst werden, das Verankerungsloch wird (nach eigenen Studien) ca 4-6mm größer. Im Falle eines Wechsel steht uns also auf der Pfannenseite wenig guter Knochen zur Verfügung.

Wir sagen also: Hände weg von den Oberflächenersatzprothesen!

Unsere eigene „Komplikationsrate“ bei diesen Oberflächen-Prothesen liegt bei 3%. Dies ist bei insgesamt ca. 680 eingebrachten McMinns ein sehr guter Wert. Nicht desto trotz werden sie nur noch auf ganz speziellen und ausdrücklichen Wunsch der Patienten angewandt.

Bei Frauen im gebährfähigem Alter dürfen sie nicht angewandt werden (Metallabrieb u.a. in Muttermilch nachweisbar)!

Theoretische Vorteile der McMinn Methode:

  • Schnelle Rehabilitation
  • Weniger Bewegungseinschränkung
  • durch die Rekonstruktion der Anatomie wird die Biomechanik wenig verändert, Sehne und Muskelansätze bleiben unverändert erhalten
  • Durch die physiologischere Krafteinleitung in den Hüftkopf kann es nicht, wie bei einer konventionellen Schaftverankerung, durch Erweiterung des Röhrenknochens im Alter zu einer sekundären Lockerung kommen
  • Ein Flüssigkeitsfilm lässt sich in der Hüfte nachweisen. Dieser „schmiert“ das Gelenk, der geringe Verschleiß der Metall/Metall-Gleitpaarung reduziert sich daher nochmals

Als Vorteil dieser Methode wird erwähnt, dass theoretisch fast alle Sportarten wieder ausgeübt werden können. Wegen der Größe von Kopf und Pfanne sei die Luxationsgefahr geringer. Das Bewegungsausmaß der Hüfte ist aber nicht größer als mit einer „normalen“. Studien haben gezeigt, dass eine Kopfgröße von 36mm ausreicht und eine korrekt implantierte Hüfte stabil ist. Sogar Fußball, Ski alpin, Judo, Joggen, Reiten etc. sind, entsprechendes Training vorausgesetzt, nach diesem Eingriff wieder möglich. Dies ist heute allerdings auch mit Kurzschaftprothesen, vor allem in Kombination mit den größeren Keramik – Köpfen, so wie wir sie immer einbringen, auch gegeben.

Problem ist aber die Pfanne! Hier wird deutlich mehr Knochen als bei einer herkömmlichen Versorgung abgefräst (zwischen 4 und 6 mm mehr!). Dieser Knochen fehlt dann in Zukunft, im Falle einer Revisions-OP.

Oberflächenersatzes2 Natürlich ist es jederzeit möglich, auch bei einer bereits durchgeführten Standard-Versorgung auf einer Seite, die Gegenseite mit einer Oberflächenersatzprothese zu versorgen.

Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit bekannter Allergie auf Kobalt, Chrom und Nickel gegeben! Hier empfehlen wir die entsprechende Abklärung.

LEBEN IST BEWEGUNG!

Wir können Ihnen helfen, diese Beweglichkeit wieder zu erlangen.

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