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Hüfte2018-08-04T18:32:23+00:00

Erkrankungen des Hüftgelenkes

Zunahme von Hüftproblemen – medizinischer Fortschritt

Erkrankungen des Hüftgelenkes haben enorm zugenommen. Auffällig ist dabei, dass in den letzten Jahren sogar vermehrt junge Patienten – zum Teil unter 35 Jahren – von Veränderungen des Hüftgelenkes betroffen sind. Die häufigsten Erkrankungen dabei sind die Arthrose, die Hüftkopfnekrose und rheumatoide Arthritis.

Glücklicherweise haben im selben Zeitraum auch Technologie und medizinische Forschung bedeutende Fortschritte gemacht. Die orthopädische Chirurgie hat inzwischen einen so großen Erfahrungsschatz aufbauen können, dass der Ersatz eines verschlissenen Gelenkes durch eine geeignete Prothese heute kein größeres Problem mehr darstellt. Es ist sogar so, dass die Totalendoprothese der Hüfte die erfolgreichste Operation in der Geschicht der Chirurgie ist.

Trotzdem wird zunächst immer versucht, einem künstlichen Gelenk aus dem Weg zu gehen. Mit der Arthroskopie des Hüftgelenkes haben wir jetzt die Möglichkeit, Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln und den Verschleiss zu bremsen.

Lesen Sie auf den Unterseiten mehr über mittlerweile drei spezielle Arten von Hüftprothesen:

Kurzschaftprothese (Schenkelhals erhaltend oder resezierend), Hüft-Total-Endoprothese und Oberflächenersatz (McMinn).

Wir nennen unsere Strategie: 3-Stufen-Plan

1. Kurzschaftprothese (Schenkelhals erhaltend) diese ist das am Knochen schonendste Implantat und ist mit allen denkbaren Kopf- und Pfannengrößen kombinierbar. Wenn dieser Schaft nicht adäquat zu verankern ist, dann wählt man die

2. Mittelschaftprothese (auch Kurzschaftprothese genannt, aber mit Entfernen des Schenkelhalses). Auf der Pfannenseite ist alles möglich, wie oben beschrieben.

3. Hüft-Total-Endoprothese Diese Standardprothesen haben sich in den letzten 20 bis 30 Jahren gut bewährt und werden von uns bei den Fällen angewandt, wenn o.g. Schäfte nicht mehr genug Halt haben.

Oberflächenersatzprothese oder McMinn wurde von uns bis 2010 über 650mal eingebracht. Damals „die“ Prothese. Die internationalen Publikationen zeigten und zeigen immer noch, dass deutliche Probleme, wie Metallose, ALVAL-Tumoren etc. entstehen können, deren Therapie extrem schwierig ist und mit viel Knochen- und Weichteilverlust einhergehen kann. Unser jetziges Statement: Finger weg! Wir machen dieses Verfahren nicht mehr.

Je kleiner wir also anfangen, desto mehr Möglichkeiten haben wir im Revisionsfall!

In Wechselfällen ist es immer so, dass das neue Implantat etwas größer und voluminöser sein muss. Deshalb empfehlen wir kleiner anzufangen um mehr Knochenmaterial beim Wechsel vorzufinden.

Das von uns Anfang 2008 angebotene sogenannte AMIS – Verfahren (Anterior Minimal Invasive Surgery, geschützter Name der Fa. Medacta International) wird seit Beginn 2009 nicht mehr von uns angewandt, denn

„Ich persönlich habe mit einem anderen Zugang eine aus meiner Sicht viel bessere Erfahrung gemacht, nämlich mit dem sogenannten ASI Zugang.“

Der vordere minimalinvasive muskelschonende Zugang

„ASI“ (Anterior Supine Intermuscular)

Hierbei handelt es sich um einen speziellen, sehr kurzen (ca. 6-8cm), extrem schonenden, vorderen Zugang zum Hüftgelenk, bei dem keinerlei Muskulatur verletzt wird.

Hierfür braucht man auch keinen Extensionstisch wie beim AMIS-Verfahren oder bei anderen Extensionsverfahren, bei denen die Hüfte auseinandergezogen wird. Somit können Schäden, die bei der Extension der Hüfte, wie sie z.B. bei der Hüftarthroskopie, gelegentlich beschrieben werden (z.B. Nervenschmerzen oder Gefühlsstörungen) nicht auftreten. Die Patienten sind deutlich schneller mobil und können somit sofort am OP-Tag aufstehen und die Hüfte in den meisten Fällen voll belasten. Und die OP-Zeiten sind deutlich kürzer.

Wir haben diesen ASI-Zugang mittlerweile so perfektioniert, dass er bei annähernd allen Patienten angewandt und alle Implantate hierüber eingebracht werden können. Gastärzte aus aller Welt kommen zu uns um dieses Verfahren zu erlernen.

Neue Materialien – lange Einsatzzeiten

Neue Materialien auf den Titanlegierungen, die das Einwachsen der Prothesenteile in den Knochen beschleunigen, werden angewandt. Dies sind u.a. Bonit, Hydroxylapatit und Plasmaspray. In baldiger Zukunft wird es auch spezielle Oberflächenbehandlung mit „Bone-Master“ geben. Hierbei wird eine das Knochenwachstum stimulierende Substanz auf die Prothesenteile appliziert. Das Einwachsverhalten beschleunigt sich dadurch und die so genannte „Sekundärstabilität“ der Prothese wird höher. Somit wird auch die Lebensdauer des Implantates verlängert! Antibioticabeimengungen die Infektionsgefahr minimieren, sind in der Testphase von verschiedenen Firmen, aber noch nicht „Marktreif“.

Aber auch an den Gelenk-Gleitpaarungen hat sich viel getan. Ultrahochvernetztes (ultra-high-cross-linked) Polyethylen, in den letzten Jahren auch Vitamin E-Polyethylen und Keramik/Keramik und lassen heute eine Einsatzzeit der Prothese von gut 25 Jahren und mehr erwarten. Gerade die Keramikpaarungen mit großen Köpfen (32, 36 oder 40mm) sind in Punkto Verschleiß und Haltbarkeit unschlagbar.

Bei den (leider) immer noch gebräuchlichen Metall/Metall-Paarungen (Oberflächenesatzprothese, McMinn) muss man wegen möglicher adverser Reaktionen deutliche Abstriche machen, so dass wir diese Paarung nicht mehr verwenden und eher davon abraten. Lieber ist uns auf jeden Fall HXLPE oder Keramik.

Je nach Alter und abhängig von der entsprechenden Grunderkrankung des Patienten wird unter verschiedenen Prothesentypen gewählt. Unserer Erfahrung nach, die durch viele internationale Publikationen bestätigt wird, ist derzeit die zementfreie Kurzschaft-Endoprothetik mit Keramik-Gleitpaarung die Methode der Wahl. Das Alter des Patienten, wie leider sehr oft fälschlicherweise angenommen, spielt dabei keine Rolle. Lediglich die schlechte Qualität eines Knochens kann eine zementierte Prothese notwendig machen.

Unser Standard: Minimalinvasiv 

„Wann immer möglich
 wird im MünchenOrthoCenter
 minimalinvasiv operiert.“

Bei manchen Indikationen ist jedoch ein sehr kleiner Zugang nicht mehr möglich. In solch einem Fall müssten auch wir zu klassischen Zugangsmethoden übergehen.

Über all diese Dinge sprechen wir natürlich vor einer Operation mit dem Patienten und wägen Möglichkeiten und Grenzen gegeneinander ab. >> zum Interview  (Interview Minimalinvasive Hüftchirurgie)

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